Es gibt Winterausflüge, bei denen Eltern frieren und Kinder sich langweilen. Eisstockschießen gehört nicht dazu. Das Spiel ist körperlich aktiv, leicht zu verstehen und funktioniert auch dann, wenn ein Fünfjähriger den Stock quer über die Bahn schubst statt geradeaus. Genau das macht es für Familien brauchbar.
Was Eisstockschießen überhaupt ist
Wer das Spiel nicht kennt: Ein Eisstock ist ein flaches, rundes Gerät mit Griff, das über eine Eisfläche geschoben wird. Ziel ist es, näher an eine Zielscheibe zu kommen als das andere Team. Das Prinzip ähnelt Boccia oder Curling, der Aufwand ist aber deutlich geringer. Kein Besen, keine komplizierten Regeln, keine Schiedsrichter. Eine Runde dauert je nach Teilnehmerzahl zwischen 30 und 60 Minuten.
Für Kinder ist der Einstieg niedrigschwellig. Der Stock liegt flach auf dem Eis und wird mit beiden Händen geführt. Das erfordert keine besondere Kraft und keine Vorerfahrung. Schon nach zwei, drei Versuchen haben die meisten Kinder ein Gefühl dafür entwickelt, wie viel Schwung sie brauchen.
Wo ihr in München spielen könnt
München hat mehrere Optionen, die für Familien geeignet sind. Der Olympiapark ist die bekannteste Adresse. Dort gibt es eine große Freifläche, die im Winter zur Eisstockbahn wird, mit professioneller Ausstattung und Verleih vor Ort. Eisstockschießen in München lässt sich dort gut kombinieren mit einem Besuch im Olympiapark selbst, der auch im Winter einiges bietet.
Daneben gibt es kleinere Anbieter in der Stadt, etwa auf dem Gelände einiger Sportvereine oder in der Nähe des Englischen Gartens. Wer gezielt sucht, findet auch mobile Angebote, die temporär in Innenhöfen oder auf Volksfestgeländen aufgebaut werden. Die Verfügbarkeit hängt dabei stark von der Witterung ab.
Kosten und Buchung: Was ihr einplanen müsst
Eine Bahn für eine Stunde kostet je nach Anbieter zwischen 20 und 40 Euro, der Verleih der Ausrüstung ist oft inklusive oder kostet wenige Euro extra. Wenn ihr als Familie zu viert oder zu fünft spielt, ist das pro Person günstiger als ein Kinobesuch. Viele Anbieter verlangen eine Reservierung, besonders an Wochenenden zwischen November und Februar.
Wer spontan kommt, riskiert, dass alle Bahnen belegt sind. Insbesondere in den Wochen um Weihnachten und Silvester ist der Andrang hoch, weil Eisstockschießen ein klassisches Aktivprogramm für Firmen und Gruppen ist. Als Familie habt ihr mehr Spielraum an Werktagen oder früh am Samstag.
- Empfohlenes Alter: ab etwa 5 Jahren, jüngere Kinder können zuschauen oder begleitet mitspielen
- Dauer: plant mindestens 1,5 Stunden ein, inkl. An- und Abfahrt sowie Aufwärmen
- Kleidung: wasserdichte Hose und Handschuhe sind Pflicht, Schuhe mit Grip wichtiger als Stiefel
- Buchung: mindestens eine Woche im Voraus, bei Gruppenanfragen länger
So macht das Spiel mit Kindern Sinn
Ein häufiger Fehler ist, das Spiel zu ernst zu nehmen. Kinder im Grundschulalter sind selten an Punkteständen interessiert. Was sie begeistert, ist der Moment, wenn der Stock über das Eis gleitet und trifft. Deswegen lohnt es sich, die Runden kurz zu halten und öfter zu wechseln, statt eine lange Partie durchzuspielen.
Bewährt hat sich auch, Teams gemischt aufzustellen: ein Erwachsener, ein Kind. So haben die Kleinen immer jemanden neben sich, der kurz zeigt, wie die Bewegung geht. Wettkampf zwischen Kindern und Erwachsenen macht das Ganze meistens interessanter als Kinder gegen Kinder, weil die Spannung realistischer wirkt.
Für Kinder unter fünf Jahren ist das Spiel nur bedingt geeignet. Der Stock ist schwerer als er aussieht, und die Geduld, auf andere zu warten, ist in dem Alter oft nicht vorhanden. Wer trotzdem mit Kleinstkindern kommt, sollte einen Buggy mitbringen und die Erwartungen entsprechend anpassen.
Drumherum: Was den Ausflug rund macht
Eisstockschießen allein füllt selten einen ganzen Tag. Kombiniert ihr den Ausflug mit einem Spaziergang durch den Olympiapark, habt ihr ein Programm, das auch für Kinder trägt. Der Park ist fußläufig gut erschlossen, und im Winter sind die Wege weniger überlaufen als im Sommer.
Nach dem Spielen ist eine warme Mahlzeit fast unvermeidlich, vor allem wenn Kinder dabei sind. Viele Anbieter haben Gastronomie direkt nebenan oder bieten zumindest Heißgetränke an. Wer das einplant, kommt entspannter aus dem Ausflug heraus als jemand, der hofft, danach noch irgendwo einen freien Tisch zu finden.
Ein realistischer Zeitplan für den Tag
| Uhrzeit | Was passiert |
|---|---|
| 10:00 Uhr | Ankunft, Ausrüstung abholen, kurze Einweisung |
| 10:15 Uhr | Erste Runden, Kinder gewöhnen sich ans Eis |
| 11:15 Uhr | Ende der gebuchten Stunde, eventuell verlängern |
| 11:30 Uhr | Spaziergang durch den Park |
| 12:30 Uhr | Mittagessen in der Nähe |
Was ihr mitnehmen solltet
Handschuhe sind das Wichtigste. Wer ohne kommt, friert nach zehn Minuten. Wasserdichte Kleidung ist sinnvoller als warme Kleidung, weil das Eis feucht ist und Kinder unweigerlich damit in Kontakt kommen. Gute Schuhe bedeuten hier keine Skischuhe, sondern Winterstiefel mit griffiger Sohle, damit niemand auf dem Weg zur Bahn ausrutscht.
Snacks einzupacken ist bei Ausflügen mit Kindern ohnehin Standard. Beim Eisstockschießen macht es zusätzlich Sinn, weil die körperliche Aktivität in der Kälte schneller hungrig macht als erwartet. Wer Kinder unter acht Jahren dabei hat, sollte außerdem Ersatzsocken einpacken, falls irgendwas feucht wird.
Eisstockschießen in München ist kein aufwendiger Ausflug. Buchung, eine Stunde Spielzeit, danach etwas essen: Das lässt sich an einem Samstagvormittag unterbringen, ohne dass der Tag dafür komplett geplant sein müsste. Und im Gegensatz zu vielen anderen Winteraktivitäten funktioniert es tatsächlich für Familien, nicht nur auf dem Papier.











