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Familienurlaub in Reykjavik mit Kindern

Familienurlaub in Reykjavik mit Kindern

Familienurlaub in Reykjavik mit Kindern

in Familienleben
Lesedauer: 4 min.

Island steht bei vielen Eltern schon lange auf der Wunschliste, wird aber immer wieder verschoben. Zu weit, zu teuer, zu unberechenbar beim Wetter. Wer den Schritt trotzdem wagt, erlebt eine Reise, über die Kinder noch Jahre später reden. Reykjavik ist dabei weit mehr als ein Ausgangspunkt für Ausflüge. Die Stadt selbst bietet genug, um zwei bis drei Tage vollständig zu füllen, bevor es ins Umland geht.

Warum Reykjavik für Familien funktioniert

Die Stadt ist überschaubar. Mit rund 130.000 Einwohnern hat Reykjavik die Größe einer deutschen Mittelstadt, aber die Infrastruktur einer Hauptstadt. Wege zwischen Sehenswürdigkeiten sind kurz, Kinderwagen und Rollatoren kommen auf den meisten Bürgersteigen problemlos durch. Öffentliche Toiletten gibt es häufiger als in vielen deutschen Städten, und in fast jedem Café gibt es einen Wickeltisch.

Hinzu kommt: Islands Gesellschaft ist extrem kinderfreundlich. Kinder sind in Restaurants selbstverständlich willkommen, auch abends. Es gibt keine spürbare Erwartungshaltung an perfektes Benehmen, wie man sie aus manchen südeuropäischen Ländern kennt. Das nimmt Eltern merklich Druck.

Die besten Attraktionen für Kinder in der Stadt

Das Perlan Museum am Öskjuhlíð-Hügel ist ein Pflichtprogramm. Hier können Kinder ab etwa fünf Jahren durch eine echte Eiseshöhle laufen, ein Planetarium besuchen und isländische Naturphänomene interaktiv erleben. Eintritt für Erwachsene liegt bei rund 55 Euro, Kinder unter acht Jahren zahlen nichts. Die Aussichtsplattform auf dem Kuppeldach gibt kostenlos einen 360-Grad-Blick über die Stadt.

Das Whales of Iceland auf dem Hafengelände zeigt lebensgroße Nachbildungen von 23 Walarten. Für Kinder, die Wale nur aus Büchern kennen, ist es ein körperliches Erlebnis, neben einem Blauwal zu stehen, der 25 Meter misst. Audioguides gibt es auf Deutsch. Der Eintritt beträgt etwa 30 Euro pro Erwachsenem, Kinder bis vier Jahre sind frei.

Wer mit Schulkindern unterwegs ist, sollte das Saga Museum einplanen. Wachsfiguren zeigen isländische Geschichte von der Besiedelung bis zur Neuzeit. Kinder zwischen acht und zwölf Jahren nehmen es erstaunlich ernst, weil die Inszenierung dramatisch, aber nicht schaurig ist.

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Heißes Wasser ist überall

Islands geothermische Aktivität bedeutet praktisch: Überall gibt es warme Außenpools, und die Isländer nutzen sie täglich. Die städtischen Schwimmbäder in Reykjavik kosten weniger als fünf Euro Eintritt und bieten Heißtöpfe mit Temperaturen zwischen 38 und 44 Grad. Der Laugardalslaug, wenige Minuten vom Stadtzentrum entfernt, ist der größte städtische Pool und hat eine Wasserrutsche, die Kinder ab sechs Jahren selbstständig nutzen dürfen.

Die berühmte Blaue Lagune liegt etwa 45 Minuten südwestlich der Stadt und kostet pro Person mindestens 80 Euro. Kinder unter zwei Jahren sind kostenlos, aber der Komfort für Kleinkinder ist begrenzt. Familien mit Kindern unter fünf Jahren sind in den städtischen Pools ehrlich gesagt besser aufgehoben. Das Wasser ist dort genauso warm, die Atmosphäre entspannter und der Preis ein Bruchteil.

Reykjavik als Ausgangspunkt: Was wirklich lohnt

Die Hauptstadt von Island, Hauptstadt von Island, liegt verkehrstechnisch so günstig, dass man innerhalb einer Autostunde mehrere der bekanntesten Naturschauplätze des Landes erreicht. Für Familien empfiehlt sich der Golden Circle als Tagestour: Þingvellir-Nationalpark, Geysir-Geothermiegebiet und Gullfoss-Wasserfall liegen auf einer Strecke von rund 300 Kilometern.

Beim Geysir Strokkur können Kinder mit eigenen Augen sehen, wie Wasser alle fünf bis zehn Minuten bis zu 30 Meter in die Höhe schießt. Das braucht keine Erklärung, das wirkt sofort. Am Gullfoss-Wasserfall ist der Weg zur Aussichtsplattform auch für Kinder ab drei Jahren gut gehbar, aber Kinderwagen kommen bei Nässe an ihre Grenzen.

Wann ist der beste Reisezeitpunkt?

Für Familien gilt: Juni bis August ist die sicherste Wahl. Temperaturen zwischen 12 und 18 Grad, kaum Regen verglichen mit dem Rest des Jahres und bis zu 24 Stunden Tageslicht. Das Dauerlicht ist für Kinder tatsächlich eine Herausforderung beim Einschlafen. Verdunkelungsvorhänge oder eine gute Schlafmaske lohnen sich wirklich.

Wer Polarlicht erleben will, muss zwischen Oktober und März reisen. Das klappt nicht garantiert, aber die Chancen steigen ab Ende September deutlich. Für Kinder ab etwa sieben Jahren ist das ein unvergessliches Erlebnis. Jüngere Kinder schlafen um die relevanten Abendstunden meist schon fest.

Praktisches: Kosten, Unterkunft, Anreise

Island ist teuer. Eine realistische Tagesbudgetplanung für eine vierköpfige Familie sieht so aus:

Posten Ungefähre Kosten
Frühstück im Café 40 bis 55 Euro
Mittagessen (Imbiss) 35 bis 50 Euro
Abendessen (Restaurant) 70 bis 100 Euro
Mietwagen pro Tag 60 bis 90 Euro
Eintritt Attraktionen 50 bis 80 Euro

Supermärkte wie Bónus und Krónan bieten deutlich günstigere Alternativen für Frühstück und Snacks. Wer mit Kindern reist und eine Ferienwohnung mit Küche mietet, spart erheblich. Die Unterkunftspreise in Reykjavik sind hoch, aber außerhalb des Stadtzentrums, etwa im Vorort Kópavogur, gibt es familiengerechte Wohnungen für 150 bis 200 Euro pro Nacht.

Direktflüge gibt es ab Hamburg, Frankfurt und München nach Reykjavik Keflavík. Flugzeit rund drei Stunden. Der Flughafen liegt 50 Kilometer südwestlich der Stadt. Der offizielle Flybus kostet rund 25 Euro pro Erwachsenem, Kinder unter zwölf Jahren fahren kostenlos.

Was Kinder von dieser Reise mitnehmen

Reykjavik unterrichtet Kinder auf eine Art, die kein Schulbuch schafft. Sie sehen, wie die Erde atmet. Sie stehen neben Tieren, die größer sind als Häuser. Sie erleben ein Land, das fast vollständig mit erneuerbaren Energien läuft und trotzdem modern und angenehm ist. Diese Verbindung aus Naturerlebnis und Alltagsrealität ist selten.

Für Eltern, die mehr wollen als einen Strandurlaub, ist Island mit Kindern keine Kompromisslösung. Es ist eine echte Alternative, die beide Seiten glücklich macht, auch wenn man dafür etwas tiefer in die Tasche greift.

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