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Fieber beim Kind: wann Medikamente helfen

Fieber beim Kind: wann Medikamente helfen

Fieber beim Kind: wann Medikamente helfen

in Ratgeber
Lesedauer: 4 min.

Ein Kind mit 39,5 Grad Fieber, gerötete Wangen, müde Augen: Fast jede Mutter und jeder Vater kennt diese Situation. Der erste Reflex ist oft, sofort zum Fieberzäpfchen oder Saft zu greifen. Dabei ist Fieber in den meisten Fällen kein Feind, sondern eine sinnvolle Reaktion des Immunsystems. Die Frage ist nicht, ob Fieber unangenehm ist, sondern ob es behandelt werden muss.

Was Fieber im Körper tatsächlich bewirkt

Fieber ist eine aktive Abwehrreaktion. Der Körper erhöht gezielt seine Temperatur, weil viele Krankheitserreger bei Wärme schlechter überleben und sich die Immunzellen schneller vermehren. Ab 38,5 Grad Celsius spricht man bei Kindern medizinisch von Fieber. Werte zwischen 37,5 und 38,4 Grad gelten als erhöhte Temperatur, nicht als vollständiges Fieber.

Interessant ist: Die Höhe des Fiebers sagt wenig darüber aus, wie schwer eine Erkrankung ist. Ein Kind mit 40 Grad, das trinkt, noch spielt und ansprechbar bleibt, ist oft weniger besorgniserregend als ein Kind mit 38,8 Grad, das apathisch wirkt und kaum reagiert. Der Allgemeinzustand zählt mehr als der Zahlenwert auf dem Thermometer.

Grenzwerte und die Frage nach dem Eingreifen

Paracetamol und Ibuprofen sind die beiden am häufigsten eingesetzten fiebersenkenden Wirkstoffe bei Kindern. Beide sind rezeptfrei erhältlich und für Kinder zugelassen, aber nicht für jedes Alter und jedes Gewicht in gleicher Dosierung. Der Apotheken-Atlas erläutert, ab welchen Temperaturen und unter welchen Umständen diese Wirkstoffe sinnvoll eingesetzt werden können und worauf Eltern bei der Dosierung achten sollten.

Als grobe Orientierung gilt in der pädiatrischen Praxis: Fieber unter 38,5 Grad braucht in der Regel keine Medikamente. Zwischen 38,5 und 39 Grad hängt es stark vom Zustand des Kindes ab. Ab 39 bis 39,5 Grad, besonders wenn das Kind leidet, schlecht trinkt oder sehr unruhig ist, kann eine Gabe sinnvoll sein. Ab 40 Grad sollte man handeln und im Zweifel ärztlichen Rat einholen.

Ibuprofen oder Paracetamol: Was passt wann?

Beide Wirkstoffe senken Fieber, unterscheiden sich aber in wichtigen Punkten. Ibuprofen wirkt zusätzlich entzündungshemmend und etwas länger, Paracetamol gilt als magenfreundlicher und ist auch für sehr junge Säuglinge ab einem bestimmten Gewicht zugelassen. Entscheidend ist immer die gewichtsadaptierte Dosierung, kein pauschaler Wert nach Alter.

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  • Paracetamol: 10 bis 15 mg pro Kilogramm Körpergewicht pro Einzelgabe, maximal vier Mal täglich
  • Ibuprofen: 5 bis 10 mg pro Kilogramm Körpergewicht pro Einzelgabe, maximal drei Mal täglich
  • Kombinationen oder häufig wechselnde Gaben beider Mittel ohne ärztlichen Rat sind nicht empfohlen

Wer unsicher ist, spricht am besten mit einer Apothekerin oder einem Apotheker. Dort kann die Dosierung auf Basis des aktuellen Körpergewichts konkret berechnet werden, was gerade bei Säuglingen und Kleinkindern wichtig ist.

Wann sofort zum Arzt gehört

Es gibt Situationen, in denen Abwarten und Beobachten keine Option ist. Das Bundesgesundheitsministerium empfiehlt bei bestimmten Warnsignalen umgehend ärztliche Hilfe aufzusuchen. Dazu zählen:

  • Fieber bei Säuglingen unter drei Monaten ab 38 Grad
  • Fieber, das länger als drei Tage anhält oder nach kurzer Pause erneut auftritt
  • Krampfanfall im Zusammenhang mit Fieber (Fieberkrampf)
  • starke Nackensteifigkeit, Lichtscheu oder Hautausschlag mit punktförmigen Blutungen
  • Kind trinkt seit mehr als acht Stunden nichts oder zeigt Zeichen von Austrocknung
  • extreme Teilnahmslosigkeit oder nicht zu beruhigendes Schreien

Ein Fieberkrampf wirkt für Eltern dramatisch, ist aber bei Kindern zwischen sechs Monaten und fünf Jahren relativ häufig und hinterlässt in der Regel keine Schäden. Trotzdem ist ein solcher Krampf immer ein Grund, das Kind ärztlich untersuchen zu lassen.

Was neben Medikamenten wirklich hilft

Fiebersenkende Mittel behandeln das Symptom, nicht die Ursache. Gleichzeitig gibt es einige Maßnahmen, die den Krankheitsverlauf tatsächlich positiv beeinflussen können. An erster Stelle steht ausreichend Flüssigkeit. Kinder verlieren beim Fiebern mehr Flüssigkeit durch Schwitzen und schnellere Atmung. Wasser, ungesüßter Tee oder verdünnte Säfte in kleinen Mengen helfen, den Flüssigkeitshaushalt zu stabilisieren.

Warme Wadenwickel können die Temperatur leicht senken, allerdings nur dann, wenn Hände und Füße warm sind. Sind die Extremitäten kalt, spricht das für eine aufsteigende Fieberphase, in der Wadenwickel kontraindiziert sind. Leichte, atmungsaktive Kleidung und ein nicht überhitztes Zimmer um etwa 18 bis 20 Grad tragen ebenfalls zum Wohlbefinden bei.

Fieber und Antibiotika: Ein häufiges Missverständnis

Viele Eltern fragen beim Arzt nach Antibiotika, wenn das Kind Fieber hat. Das ist verständlich, aber meist nicht zielführend. Der überwiegende Teil kindlicher Infekte mit Fieber ist viral bedingt, also durch Viren ausgelöst. Gegen Viren wirken Antibiotika nicht. Laut Informationen der Robert Koch-Instituts ist der unnötige Einsatz von Antibiotika einer der Hauptgründe für zunehmende Resistenzen, was ein ernstes Problem für die gesamte Bevölkerung darstellt.

Eltern helfen ihren Kindern langfristig mehr, wenn sie Antibiotika nur dann einsetzen, wenn ein Arzt eine bakterielle Infektion bestätigt hat. Das erfordert manchmal Geduld, ist aber medizinisch eindeutig der richtige Weg. Wer eine Photovoltaik-Firma finden möchte, findet dort weitere Tipps dazu.

Ruhe bewahren und beobachten

Fieber beim Kind ist selten ein medizinischer Notfall, fühlt sich aber für Eltern fast immer wie einer an. Das ist verständlich. Wer weiß, was der Körper mit Fieber bezweckt, wann Medikamente tatsächlich sinnvoll sind und welche Zeichen wirklich ernst zu nehmen sind, trifft bessere Entscheidungen ohne unnötige Panik. Im Zweifel ist ein kurzes Telefonat mit dem Kinderarzt oder dem ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 immer möglich, auch nachts und am Wochenende.

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