Von Redaktion eltern-sucht.de · veröffentlicht am 04.11.2026
Viele Jugendliche verbringen ihre Freizeit am Computer, zocken, bauen eigene Rechner zusammen oder probieren erste Programmierzeilen aus. Für Eltern stellt sich irgendwann die Frage, ob aus diesem Hobby ein Beruf werden kann. Die Ausbildung zum Fachinformatiker ist eine Möglichkeit, die viele Familien zunächst gar nicht im Blick haben. Dieser Ratgeber erklärt Eltern, was hinter dem Beruf steckt, wie sie ihr Kind bei der Berufswahl unterstützen können und worauf es bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz ankommt.
Was macht ein Fachinformatiker?
Fachinformatikerinnen und Fachinformatiker planen, entwickeln und betreuen IT-Systeme. Je nach Fachrichtung programmieren sie Software, richten Netzwerke und Server ein, werten Daten aus oder vernetzen technische Systeme. Seit 2020 gibt es vier Fachrichtungen: Anwendungsentwicklung, Systemintegration, Daten- und Prozessanalyse sowie Digitale Vernetzung. Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und findet im Betrieb und in der Berufsschule statt. Mehr zum Berufsbild steht im Wikipedia-Artikel zum Fachinformatiker.
Passt der Beruf zu meinem Kind?
Nicht jeder, der gern am Computer spielt, wird automatisch ein guter Fachinformatiker. Hilfreiche Fragen für das Gespräch mit dem Kind sind:
- Interessiert dich, wie Programme und Geräte funktionieren, nicht nur, wie man sie benutzt?
- Löst du gern knifflige Aufgaben und bleibst dran, wenn etwas nicht sofort klappt?
- Hast du schon einmal etwas selbst gebaut oder programmiert?
- Kannst du dir vorstellen, anderen Menschen bei technischen Problemen zu helfen?
- Arbeitest du gern im Team?
Gute Noten in Mathematik und Englisch sind hilfreich, aber nicht allein entscheidend. Wichtiger sind logisches Denken, Geduld und echte Neugier.
Wie Eltern unterstützen können
Interesse fördern
Eltern müssen selbst keine IT-Experten sein. Schon das Interesse an den Projekten des Kindes wirkt motivierend. Fragen wie „Was hast du da gebaut?“ oder „Wie funktioniert das?“ zeigen Wertschätzung und helfen dem Kind, sein Wissen in Worte zu fassen, eine Fähigkeit, die später im Beruf wichtig ist.
Praktische Erfahrungen ermöglichen
Ein Schulpraktikum in einer IT-Abteilung oder einem IT-Unternehmen zeigt, wie der Berufsalltag wirklich aussieht. Auch Programmier-AGs, Schülerwettbewerbe oder Ferienkurse sind gute Möglichkeiten, Erfahrungen zu sammeln.
Medienzeit bewusst gestalten
Nicht jede Stunde am Bildschirm ist Vorbereitung auf einen IT-Beruf. Eltern können gemeinsam mit dem Kind unterscheiden zwischen Zeit zum Spielen und Zeit, in der etwas Neues gelernt oder gebaut wird. Ein Ausgleich durch Bewegung und andere Hobbys bleibt wichtig.
Die Suche nach einem Ausbildungsplatz
- Früh beginnen: Viele Unternehmen vergeben Ausbildungsplätze etwa ein Jahr vor Ausbildungsbeginn.
- Breit suchen: Nicht nur IT-Firmen bilden aus, sondern auch Banken, Versicherungen, Krankenhäuser, Behörden und Industrieunternehmen.
- Bewerbung gemeinsam vorbereiten: Eigene Projekte wie eine Website oder ein kleines Programm im Anschreiben erwähnen.
- Auf Einstellungstests vorbereiten: Viele Betriebe prüfen Logik, Mathematik und Allgemeinwissen.
- Berufsberatung nutzen: Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit hilft bei der Orientierung.
Ausbildung oder Studium?
Manche Eltern wünschen sich für ihr Kind ein Studium. Die Ausbildung ist aber kein Weg zweiter Klasse. Sie bietet eine Vergütung von Anfang an, viel Praxis und gute Chancen auf eine Übernahme. Nach der Ausbildung stehen Weiterbildungen und auch ein Studium offen, teilweise berufsbegleitend. Eine Ausbildung kann sogar helfen, später im Studium Theorie und Praxis besser zu verbinden.
Informationen sammeln
Für Eltern und Jugendliche ist es hilfreich, sich vorab gemeinsam über Inhalte und Anforderungen der Ausbildung zu informieren. Infos zur Ausbildung als Fachinformatiker, etwa zu Lerninhalten, Grundlagen der Informatik und Prüfungsvorbereitung, bietet fachinformatiker-ihk.de. So können Familien besser einschätzen, ob der Beruf zu den Interessen und Stärken des Kindes passt.
Wenn es nicht auf Anhieb klappt
Absagen gehören zur Bewerbungsphase dazu. Eltern können helfen, Rückschläge einzuordnen und die Bewerbungen gemeinsam zu verbessern. Ein Überbrückungsjahr mit Praktikum, ein Freiwilligendienst oder der Besuch einer weiterführenden Schule mit Informatikschwerpunkt können sinnvolle Alternativen sein, bevor der nächste Anlauf startet.
Fazit
Die Ausbildung zum Fachinformatiker kann für technikbegeisterte Jugendliche ein idealer Berufseinstieg sein. Eltern unterstützen am besten, indem sie Interesse zeigen, praktische Erfahrungen ermöglichen und bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz begleiten. Wer gemeinsam mit dem Kind herausfindet, ob der Beruf wirklich passt, legt den Grundstein für einen gelungenen Start ins Berufsleben.











