Von Redaktion eltern-sucht.de · veröffentlicht am 04.11.2026
Wenn Eltern an Notfallvorsorge denken, haben sie vor allem eine Frage im Kopf: Wie versorge ich meine Kinder, wenn Strom, Wasser oder Geschäfte für einige Tage ausfallen? Familien haben andere Bedürfnisse als Einzelpersonen. Babys brauchen spezielle Nahrung, Kleinkinder Windeln, Schulkinder Beschäftigung und alle zusammen ein Gefühl von Sicherheit. Dieser Ratgeber zeigt, wie Familien einen passenden Notvorrat anlegen und wie man Kinder altersgerecht auf mögliche Ausnahmesituationen vorbereitet, ohne ihnen Angst zu machen.
Warum Familien besonders vorsorgen sollten
In einer Krise ist die Versorgung von Kindern besonders anspruchsvoll. Säuglinge können nicht einfach auf Erwachsenennahrung umsteigen, kleine Kinder vertragen Stress schlechter, und Medikamente für Kinder sind im Ernstfall möglicherweise nicht sofort erhältlich. Die staatlichen Stellen für Bevölkerungsschutz empfehlen deshalb, einen Vorrat für mehrere Tage anzulegen und ihn an die Bedürfnisse aller Familienmitglieder anzupassen.
Was in den Familienvorrat gehört
Für Babys und Kleinkinder
- Säuglingsnahrung in ausreichender Menge, bei Pulvermilch auch abgekochtes oder geeignetes Wasser
- Gläschen und Breie mit langer Haltbarkeit
- Windeln, Feuchttücher und Wundcreme
- Fieberthermometer und kindgerechte Medikamente nach Rücksprache mit der Kinderarztpraxis
- Ersatzschnuller und das Lieblingskuscheltier
Für Schulkinder und Jugendliche
- Lebensmittel, die die Kinder kennen und mögen
- Snacks wie Nüsse, Trockenobst oder Müsliriegel
- Beschäftigung ohne Strom: Bücher, Kartenspiele, Malsachen, Brettspiele
- Stirnlampen, die Kinder selbst bedienen können
Für die ganze Familie
- Trinkwasser, als Richtwert etwa zwei Liter pro Person und Tag
- haltbare Grundnahrungsmittel wie Nudeln, Reis, Konserven und Knäckebrot
- Hausapotheke mit Verbandsmaterial und regelmäßig benötigten Medikamenten
- Hygieneartikel, Müllbeutel und Toilettenpapier
- Batterie- oder Kurbelradio, Taschenlampen und Ersatzbatterien
Lebensmittel, die Kinder tatsächlich essen
Ein häufiger Fehler ist ein Vorrat, der aus Produkten besteht, die im Familienalltag nie auf den Tisch kommen. In einer Stresssituation sind vertraute Lebensmittel besonders wichtig, weil sie Kindern Sicherheit geben. Sinnvoll ist deshalb ein lebender Vorrat aus Dingen, die regelmäßig gegessen werden. Ältere Packungen werden verbraucht, neue nachgekauft. So bleibt alles frisch.
Wer eine Orientierung für Mengen und geeignete Produkte sucht, findet auf notfallrationen.de Tipps, Checklisten und Mengenangaben für Lebensmittel und Getränke, die sich an die Größe des eigenen Haushalts anpassen lassen.
Kinder einbeziehen, ohne Angst zu machen
Kinder spüren, wenn Eltern besorgt sind. Deshalb ist es wichtig, das Thema ruhig und sachlich anzusprechen. Je nach Alter helfen unterschiedliche Ansätze:
- Kleinkinder: Ein Spiel daraus machen, etwa einen „Abenteuerabend“ mit Taschenlampe und Kerzenlicht.
- Grundschulkinder: Erklären, dass es manchmal Stromausfälle gibt und dass man vorbereitet ist. Gemeinsam die Vorratskiste packen.
- Jugendliche: Offen über mögliche Szenarien sprechen und sie in die Planung einbinden, etwa beim Erstellen einer Checkliste.
Ein gemeinsamer Probeabend ohne Strom kann helfen, Lücken im Vorrat zu entdecken. Viele Familien merken dabei, dass eine zusätzliche Taschenlampe oder ein Kartenspiel fehlt.
Einen Familienplan erstellen
Neben dem Vorrat gehört zur Vorsorge auch ein einfacher Plan. Er beantwortet Fragen wie: Wo treffen wir uns, wenn wir getrennt sind? Wer holt die Kinder von Kita oder Schule ab? Welche Telefonnummern sollten auch auf Papier notiert sein? Ältere Kinder sollten die wichtigsten Nummern auswendig kennen. Informationen zu Warnsystemen und Vorsorge bietet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
Notgepäck für den Fall einer Evakuierung
Manchmal ist es nötig, die Wohnung kurzfristig zu verlassen. Für diesen Fall empfiehlt sich ein vorbereiteter Rucksack pro Person mit Kleidung zum Wechseln, Dokumentenkopien, Medikamenten, etwas Verpflegung und einer Kleinigkeit zur Beschäftigung für Kinder. Für Babys gehören Windeln und Nahrung für ein bis zwei Tage dazu.
Vorrat regelmäßig anpassen
Kinder wachsen schnell, und mit ihnen ändern sich die Bedürfnisse. Windelgrößen, Babynahrung und Kleidung im Notgepäck sollten deshalb etwa halbjährlich überprüft werden. Ein fester Termin im Kalender, zum Beispiel bei der Zeitumstellung im Frühjahr und Herbst, hilft dabei, den Familienvorrat aktuell zu halten.
Fazit
Notfallvorsorge mit Kindern bedeutet, an die besonderen Bedürfnisse jedes Familienmitglieds zu denken. Mit einem passenden Vorrat, vertrauten Lebensmitteln, Beschäftigung ohne Strom und einem einfachen Familienplan sind Familien für viele Situationen gut gerüstet. Wer Kinder spielerisch einbezieht, nimmt ihnen die Angst und vermittelt gleichzeitig, dass man gemeinsam auch schwierige Momente meistern kann.











